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Leserbrief an Frankfurter Allgemeine, Süddeutsche Zeitung, Schwarzwälder Bote, Südwestpresse und Südkurier
(gedruckt: im Schwarzwälder Boten)
Donnerstag, 21. Juni 2007

Leserbrief zu "Unterhalt für Scheidungskinder"


Endlich hat mal jemand begriffen, dass es ein Unding ist, von demjenigen, der einen immer kleiner werdenden Kuchen erwirtschaftet, auch noch zu verlangen, immer größere Teile von selbigen an andere abzugeben: Seit Jahren sinkt das Realeinkommen, dennoch wurden die Beträge der Düsseldorfer Tabelle 2005 um durchschnittlich 2,5 Prozent und 2003 sogar um satte 6 Prozent angehoben. Außer den betroffenen Vätern (und den wenigen Müttern, die Unterhalt leisten) hat sich damals niemand über diese Erhöhung aufgeregt.

Nun, da der zu leistende Unterhaltsbetrag um noch nicht einmal 1 Prozent sinkt, ist die Aufregung groß, und es ist gar von weniger Geld für Scheidungskinder die Rede. Diese Aussage trifft in der Theorie auch zu, geht diese doch davon aus, dass Trennungskinder nur eine sie betreunde Mutter und einen für den Unterhalt aufkommden Vater haben, den sie alle 14 Tage mal besuchen dürfen. Die Realität ist jedoch weitaus komplexer: die Fälle der Theorie kommen vor, wie auch Fälle, in denen Kinder keinen Kontakt zu ihrem Vater haben (sei es, weil dieser ein Desinteresse an ihnen hat, oder weil die Mutter den Kindern den Kontakt zum Vater verbietet). Weit verbreitet sind aber auch die Fälle, in denen Scheidungskinder deutlich öfters beim Vater sind und dieser neben seinem Unterhalt auch noch für weitere grundlegende Bedürfnisse seiner Kinder (z.B. Kleidung, Schulbedarf, etc.) aufkommt. Insbesondere bei den letztgenannten Fällen wird Kindern eben nichts weggenommen, denn das, was sie bei der Mutter weniger haben, haben sie beim Vater nun mehr.

Im Übrigen geht die Aussage "weniger Geld für Scheidungskinder" stillschweigend davon aus, dass der vom Vater geleistete Unterhalt auch immer und vollständig für die Bedürfnisse der Kinder eingesetzt wird. Dies mag ja auch häufig vorkommen, jedoch kann man daraus noch lange keine Regel ableiten. Überprüft wird die Verwendung von Unterhalt im Gegensatz zur Zahlung des selbigen jedenfalls nie. Besser wäre es, man hätte gleich von "weniger Geld für Alleinerziehende" gesprochen.

Ein positives Signal kann ich der neuen Düsseldorfer Tabelle jedenfalls entnehmen: während im Familienrecht, in der Familienrechtssprechung (das ist nicht dasselbe!), im Unterhaltsrecht und bei fast allen Professionen, die sich mit Trennung und Scheidung befassen über Jahrzehnte hinweg eine ziemlich einseitige, geschlechtsbezogene Förderung zum Nachteil von Vätern und Kindern etabliert hat, die meines Erachtens maßgeblich für die ständig steigende Scheidungsrate verantwortlich ist, werden nun erstmals Grenzen aufgezeigt. Vielleicht trägt dies dazu bei, dass Eltern ihren Kindern ein positives Beispiel geben, und familiäre Probleme selbst lösen, statt deren Lösung einem Familienrichter aufzutragen.

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